Wenn Marketing ins Leere läuft
Marketing soll Transformation begleiten – in der Praxis passiert aber oft das Gegenteil: zu spät, zu taktisch, zu leise. Kommt Dir das bekannt vor?
- „Marketing kann das hübsch machen.“ Klingt harmlos, heißt aber: Die Strategie ist längst entschieden – Marketing darf zum Schluss dekorieren.
- Vertrieb nutzt die Materialien nicht. Sie sind nicht anschlussfähig, weil sie ohne Sales entwickelt wurden.
- Tool-Wildwuchs. Viele Kanäle, keine Struktur – statt Wirkung entsteht Verzettelung.
- Unklare Rollen. Wer entscheidet was, wann und mit welchem Budget? Oft bleibt Marketing bloße Umsetzungsmaschine.
- Aktion statt Struktur. Ad-hoc-Kampagnen, Einzelaktionen, kaum roter Faden – nachhaltiger Impact bleibt aus.
Wenn Du Dich in diesen Punkten wiederfindest, kennst Du die Realität vieler Transformationsprojekte. Genau hier setzt Alexandra Korolija an: Als Interim-Managerin für Marketing, Kommunikation und Digitalprojekte bringt sie dort Klarheit und Struktur hinein, wo bisher wenig ineinandergegriffen hat. Sie weiß genau, woran Marketing in der Transformation scheitert – und was wirklich hilft.
Meet the Expert: Wer ist Alexandra Korolija?
Alexandra Korolija ist Teil der Malt-Community und arbeitet als Interim-Managerin für Marketing, Kommunikation und Digitalprojekte. Sie unterstützt B2B-Unternehmen in Branchen wie Tech, MedTech und Pharma, wenn Strukturen fehlen oder Transformationen ins Stocken geraten.
Mit über 20 Jahren Berufserfahrung, davon 15 Jahre in leitenden Positionen, bringt sie den Blick von außen mit, kombiniert strategisches Know-how mit Pragmatismus – und sorgt so dafür, dass komplexe Vorhaben handhabbar werden.
Ihr Arbeitsstil? Hands-on, schnell, immer auf Wirkung ausgerichtet. „Getting things done“ ist mehr als ein Motto: Es beschreibt ihre Rolle als Umsetzungspartnerin auf Augenhöhe. Ob Vakanzüberbrückung, Reorganisation oder Digitalprojekt – Alexandra bringt Tempo in Veränderungsvorhaben und liefert sichtbare Ergebnisse.
Ursachen hinter den typischen Marketingproblemen
Alexandra hat bereits etliche Transformationsprojekte begleitet – und ihrer Erfahrung nach entstehen die genannten Missstände nicht zufällig. Oft sind es tiefgreifende Veränderungen im Unternehmen, die Marketing ins Abseits drängen: ein Gesellschafterwechsel, der Einstieg von Investor:innen, der Wechsel von Hardware zu Software oder schlichtweg fehlende Strukturen in einer Reorganisation.
Das Ergebnis: hoher Druck, viele Baustellen gleichzeitig und eine Organisation im Ausnahmezustand. Seit Corona, so Alexandra, sei dieser Ausnahmezustand sogar zum New Normal geworden.
Doch genau hier liegt die Chance: Wenn Marketing frühzeitig eingebunden wird und seine Rolle klar definiert, kann es Transformation nicht nur begleiten, sondern aktiv gestalten. Wie das gelingt, zeigt Alexandra im nächsten Schritt.
Klipp und klar: Was braucht Marketing also, um effektiv in Transformationen zu sein?
Marketing kann nur dann Wirkung entfalten, wenn es frühzeitig eingebunden ist, ein klares Mandat hat und seine Rolle bewusst einnimmt. Aus Alexandras Erfahrung braucht es dafür drei zentrale Rollen, bestimmte Skills – und ein paar sehr konkrete Hebel.
Die drei Rollen von Marketing in der Transformation
Marketing ist weit mehr als eine Umsetzungsmaschine. Um in Transformationsprozessen relevant zu sein, muss es drei Rollen übernehmen – je nach Phase mal stärker die eine, mal die andere:
- Übersetzer:in. Marketing übersetzt Unternehmensziele in eine Sprache, die Kund:innen und Partner:innen verstehen – und bringt zugleich Marktfeedback zurück ins Unternehmen. Hebel: Positionierung, Messaging, Value Propositions, Go-to-Market-Planung.
- Strukturbauer:in. Statt Aktionismus sorgt Marketing für Klarheit, Wiederverwendbarkeit und Fokus. Hebel: Kampagnenplanung mit Zielkaskade, Enablement-Formate, sinnvolle Tool-Governance.
- Momentumgeber:in. Marketing setzt Themen in Bewegung – intern wie extern. Hebel: Thought Leadership, Kampagnen-Architektur, KPI-Logik mit Outcome-Fokus.
Die Skills, die Marketing heute unbedingt braucht
Alexandra betont: Es geht nicht darum, ständig neue Skills zu erlernen, sondern vorhandene Fähigkeiten bewusst einzusetzen – und die richtigen Schwerpunkte zu setzen:
- Strukturierungskompetenz. Nicht mehr Ideen, sondern bessere Strukturen. Weniger Content, dafür Inhalte mit messbarem Impact.
- Business Literacy. Marketing muss Geschäftsmodelle verstehen – Margen, Umsatzlogik, Kosten von Leads. Nur so wird es ein echter Gesprächspartner für CFO und Geschäftsführung.
- Rollenbewusstsein. Klar erkennen, ob Marketing gerade Berater:in, Sparringpartner:in oder Umsetzungsrolle einnimmt – und was das Unternehmen in der jeweiligen Phase wirklich braucht.
- Kooperationsintelligenz. Die Sprache der Stakeholder sprechen, Konflikte konstruktiv austragen, Reibungspunkte mit Sales und IT produktiv machen.
- Technik- und KI-Kompetenz. Tools gezielt einsetzen – KI als Sparringpartner für Brainstorming, Zielgruppen-Hypothesen oder Content-Strukturen, nicht als Generator für Füllmaterial.
Konkrete Hebel, die Wirkung erzeugen
Aus Alexandras Projekten und ihrer Erfahrung im Interim-Management ergeben sich drei Erfolgsfaktoren, die Marketing sofort stärken:
Klares Mandat. Entscheidungen, Budget und Einbindung müssen eindeutig sein.
Fokus statt Aktionismus. Von der Kernbotschaft zu wenigen, passgenauen Assets, die Sales direkt einsetzen kann – flankiert von klar definierten Messpunkten.
Tools straffen und KI gezielt nutzen. Weniger Tool-Wildwuchs, mehr Effektivität: KI hilft bei Brainstorming, Entscheidungsbäumen oder Content-Architekturen – ohne kritische Unternehmensdaten preiszugeben.
Ein Blick in die Praxis
Wie setzt man das alles nun konkret um? Alexandra hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte begleitet – eines davon zeigt besonders gut, wie Marketing in der Transformation Wirkung entfalten kann.
Das Setting: Ein technologisch starkes B2B-Unternehmen, frisch übernommen von einem Investor. Produkte wurden von Hardware auf Software umgestellt, Strukturen fehlten, Marketing war quasi nicht vorhanden. Website und Broschüren waren veraltet, Materialien griffen nicht ineinander, das Team steckte fest.
Alexandras Ansatz:
Rollen klären. Gemeinsam mit der Geschäftsführung definierte sie, welche Verantwortung Marketing trägt – und wo andere Stakeholder liefern müssen.
Positionierung schärfen. Narrative, Key-Value-Propositions und klare Botschaften für Markt und Partner:innen wurden entwickelt.
Vertrieb einbinden. Sales war von Anfang an in die Themenfindung involviert, so dass Materialien nicht an den Bedürfnissen vorbeigingen.
Strukturen aufbauen. Von der Zielgruppenanalyse bis zur Kampagnenpipeline – mit Fokus auf Wiederverwendbarkeit und klare Prioritäten.
KI als Hebel. Für Marktanalysen, Fragebogenauswertung, Kampagnen-Architektur und Content-Erstellung nutzte Alexandra gezielt KI – und halbierte so die Zeit bis zur Umsetzung.
Die Ergebnisse nach sechs Monaten:
- Ein einheitliches Verständnis im Unternehmen, wofür es steht.
- Klare Zusammenarbeit zwischen Marketing, Vertrieb und Produkt.
- Sales nutzte die Marketing-Materialien aktiv – trotz anfänglicher Reibung, weil es gemeinsam entwickelt wurde.
- Mit minimalem Budget und schlankem Team wurden messbare Resultate erzielt – etwa 40 qualifizierte Leads für rund 200 Euro pro Kampagne.
Alexandra fasst es so zusammen: „Reibungspunkte gehören dazu. Wichtig ist, sie konstruktiv zu nutzen – dann entsteht Wärme, und Wärme bringt Bewegung.“
Wie KI Marketing wirkungsvoller macht
In Alexandras Projekten hat sich gezeigt: KI ersetzt keine Strategie und keine Kreativität. Doch richtig eingesetzt, wird sie zum Beschleuniger – spart Zeit, strukturiert komplexe Themen und bringt Marketing schneller in die Umsetzung.
Typische Anwendungsfälle aus ihrer Praxis:
Brainstorming
KI hilft, Ideen zu clustern, Hypothesen zu testen oder Denkrichtungen zu erweitern.
Zielgruppen-Fragen
Welche Probleme beschäftigen Kund:innen wirklich? KI liefert erste Hypothesen, die anschließend mit Sales gespiegelt werden.
Argumentations- und Entscheidungsbäume
Statt sich in internen Diskussionen zu verlieren, entsteht mit KI ein strukturierter Ausgangspunkt.
Content-Strukturen
Von Wissensartikeln bis zu Kampagnen-Architekturen: KI schafft Grundgerüste, die das Team gezielt weiterentwickelt.
Das Ergebnis: Aufgaben, die früher mehrere Tage beansprucht hätten, lassen sich in Stunden erledigen. Doch entscheidend ist für Alexandra nicht nur die Effizienz, sondern der Qualitätsgewinn: Diskussionen und Entscheidungen werden klarer, Materialien schneller marktreif.
Wichtig dabei: Kritische Unternehmensdaten gehören nicht ins System – hier braucht es Fingerspitzengefühl und klare Regeln.
Impulse für Freelancer
Zum Abschluss hatte Alexandra noch ein paar Reflexionsfragen mitgebracht – besonders wertvoll für alle, die als Freelancer Transformationen begleiten:
Diese Fragen sind nicht immer bequem, aber genau hier liegt Dein Hebel als selbstständige:r Expert:in. Denn gerade auf Malt zeigen viele Projekte: Auftraggeber:innen suchen nicht nur Umsetzung, sondern Partner:innen, die den Unterschied machen.
Als Teil der Malt-Community hast Du die Möglichkeit, genau das sichtbar zu machen – mit einem starken Freelancer-Profil, klar kommunizierten Skills und dem Mut, Marketing-Projekte mit echter Wirkung aktiv mitzugestalten.
Oder wie es Alexandra formuliert: „Marketing ist Teil der Strategie, nicht das Finish.“
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