Handgeschriebene Checkliste, Foto von Glenn Carstens-Peters auf Unsplash

Erinnerst Du Dich noch daran, wie Du das Autofahren gelernt hast? 

Wenn es Dir so geht wie mir, musstest Du es zweimal lernen – zuerst auf einem Automatikfahrzeug, was einfach war, und dann mit Schaltgetriebe: Anfahren, Abwürgen und verzweifelte Rufe meines Vaters vom Beifahrersitz, der sich beim Bremsen krampfhaft an die Tür festhielt. 

Zum Glück müssen neue Dinge nicht immer so schwierig und traumatisch sein – deshalb haben wir Dir die aktuellsten Trends aus der Arbeitswelt für Dich zusammengefasst. 

Die Arbeitswelt befindet sich im permanenten Wandel (genau wie nationale Verkehrsregeln!), angetrieben von zwei großen Kräften: Technologischer Effizienz und ökologischer Verantwortung. Wir freuen uns auf neue KI-Tools, die uns im Arbeitsalltag massiv Zeit sparen – sind uns aber bewusst, dass gleichzeitig strengere CSR-Regulierungen nötig sind. Diese fordern uns alle heraus, unseren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und die ökologischen Auswirkungen eben jener Technologien aktiv auszugleichen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Im vergangenen Jahr haben wir bei Malt diverse Veränderungen bei Kundenanfragen beobachtet. Wir fassen Dir in diesem Artikel die essentiellen 'Extras' für Dich zusammen, damit Du weißt, welche neuen Skills oder Themen Dir bei der Akquise Deines nächsten Auftrags den entscheidenden Vorsprung verschaffen. Konkret geht es um:

  • Anforderungen an Corporate Sustainability Responsibility (CSR), die das Arbeiten mit externen Partnern – inklusive Freelancern – grundlegend verändern.

  • Erprobte Best Practices im Bereich Cybersecurity, die Malt’s Top-Kunden überzeugen.

  • Den Anstieg von Vor-Ort-Projekten – und wie Du Dein Arbeitspensum entsprechend anpasst.

  • Wege, Künstliche Intelligenz (KI) zu nutzen, um Deine Effizienz und Dein Dienstleistungsangebot zu steigern.

Als Freelancer bist durch Deine ständige Weiterbildung (bis zu 4 Stunden pro Woche!) und Deine Anpassungsfähigkeit immer einen Trend voraus. Also nimm das Steuer in die Hand und navigiere souverän durch den Wandeln. 

CSR

Du denkst, CO2-Bilanzen sind nur etwas für Hippies? Falsch gedacht: Neue regulatorische Vorgaben wie die CSRD, die neue Corporate Sustainability Reporting Directive der EU, verpflichten große Unternehmen, detaillierte Angaben zu ihren Umwelt- und Sozialauswirkungen zu machen. Solche Maßnahmen rücken CSR (Corporate Sustainability Responsibility) für viele globale Unternehmen – darunter auch Malt-Kunden aus Medien, Banken und Logistik – ganz nach vorn. Einige davon möchten mittlerweile nicht nur den CV von Freelancern sehen, sondern auch deren CO2-Fußabdruck. So will man den ökologischen Fußabdruck aller Beteiligten verfolgen können, um die eigene Klimabilanz möglichst exakt zu berechnen. 

Warum stehen diese Themen gerade jetzt so sehr im Fokus? Einerseits wegen der gesetzlichen Vorgaben, aber auch, weil für viele Unternehmen Umwelt und Geschäftsinteressen eng verbunden sind. CSR-Berater Laurence Henry bringt es so auf den Punkt: "Im Kern geht es um strategisches Risikomanagement: Unternehmen müssen sowohl die Risiken bewerten, die CSR-Themen für sie darstellen, als auch die, die sie selbst erzeugen. Denn ihre eigene Wirkung auf die Gesellschaft entscheidet letztlich über ihre langfristige Überlebensfähigkeit."

"Im Kern geht es um strategisches Risikomanagement: Unternehmen müssen sowohl die Risiken bewerten, die CSR-Themen für sie darstellen, als auch die, die sie selbst erzeugen. Denn ihre eigene Wirkung auf die Gesellschaft entscheidet letztlich über ihre langfristige Überlebensfähigkeit.""

Laurence Henry

Laurence Henry

CSR-Berater

Der Punkt ist: Sobald Klimarisiken die Lieferkette beeinflussen, berücksichtigen Unternehmen auch die Risiken unabhängiger Auftragnehmer. Dazu gehören die Arbeitsbedingungen der Freelancer ebenso wie ihre Nachhaltigkeitspraktiken. Da Freelancer als Selbstständige gelten, müssen große Konzerne jedes von ihnen ausgehende Risiko einbeziehen – eine Entwicklung, die sich weiter verstärken wird.


Einzelne Freelancer müssen sich jedoch noch keine allzu großen Sorgen über die CSRD machen. „Selbst für CSR-Profis ist es schwer, alle Neuerungen im Blick zu behalten – für die meisten Selbstständigen ist das nahezu unmöglich“, sagt die Ingenieurin für ökologische Transformation Solenn Launay. „Allein die unterschiedlichen Begriffe wie CSR und ESG stiften Verwirrung, insbesondere für global agierende Unternehmen in Bezug auf die USA. Wegen der dort verbreiteten Klimaskepsis sehen sich viele gezwungen, explizite Verweise auf den Klimawandel in ihren CSR-Aktivitäten zu umgehen.“

„Allein die unterschiedlichen Begriffe wie CSR und ESG stiften Verwirrung, insbesondere für global agierende Unternehmen in Bezug auf die USA. Wegen der dort verbreiteten Klimaskepsis sehen sich viele gezwungen, explizite Verweise auf den Klimawandel in ihren CSR-Aktivitäten zu umgehen.“"

Solenn Launay

Solenn Launay

Ingenieurin für ökologische Transformation

Derzeit sind Freelancer rechtlich nicht verpflichtet, über ihre eigene gesellschaftliche Verantwortung zu berichten – allerdings rechnet Nachhaltigkeitsberater Andrew Greenwood damit, dass dies „nach und nach die gesamte Lieferkette betreffen wird“. Allerdings geht es laut Andrew nicht nur um die CO2-Bilanz: Themen wie Biodiversität, „Green IT“ und Wasserverbrauch von KI gewinnen zunehmend an Bedeutung. „Das alles hängt zusammen – man kann es nicht immer nur aus der CO2-Perspektive sehen.“ Sowohl Andrew als auch Solenn sehen Biodiversität als wachsendes Thema: Solenn erläutert, dass „die meisten Aspekte der Biodiversität mit CO2-Lösungen verknüpft sind. Unternehmen sind bei diesem Thema noch weit zurück – aber sie werden nicht drumherum kommen, sich damit auseinanderzusetzen. Um ihre Umsätze zu schützen, sind Unternehmen stark auf funktionierende Ökosysteme und deren Dienste angewiesen. 


CO2-Rechner für Freelancer

Wer seinen CO2-Fußabdruck schätzen möchte – sei es auf Kundenanfrage oder aus eigenem Interesse – findet dafür verschiedene Tools: 

Wenn Du möchtest, kannst Du Deinen Fußabdruck direkt in Deiner Profilbeschreibung bei Malt angeben. So finden Dich Kunden, die gezielt auf der Suche nach umweltbewussten Freelancern sind, leichter und schneller.

Schlagwörter für Dein Malt-Profil

Hast Du Fortbildungen im Bereich CSR oder zu Umweltthemen gemacht, die Du in deinem Malt-Profil hervorheben möchtest? Dann empfehlen wir, passende Stichworte in Deine Profilbeschreibung zu integrieren. Folgende Begriffe werden von Kunden oft gesucht: 

  • Green IT: Fachwissen zur ressourcenschonenden und energieeffizienten Informationstechnologie
  • Workshops for the Planet: Die Teilnahme am Climate Fresk oder vergleichbaren Umwelt-Workshops (in UK als 'Workshops for the Planet' zusammengefasst)
  • Ecovadis-Zertifizierung: Kenntnisse über die Anforderungen und Prozesse der Ecovadis-Zertifizierung
  • Digitale Verantwortung: Expertise in Web-Barrierefreiheit und allgemeinen Aspekten digitaler Verantwortung


Für unsere Freelancer in Frankreich: Nutzt die Kooperation von Malt mit Agence Lucie und meldet euch für ein Training zu CSR-Themen an.

„Alles hängt miteinander zusammen – der Blickwinkel darf nicht auf den CO₂-Fußabdruck beschränkt bleiben..“"

Andrew Greenwood

Andrew Greenwood

Nachhaltigkeitsberater

Cybersecurity

Als Freelancer bist Du ein wichtiger Knotenpunkt in der Datensicherheit Deiner Kunden. Effektive Cybersecurity ist mehr als nur ein 'Nice-to-have', sie ist ein Pflicht-Tool. Wir alle wissen, dass menschliches Versagen das größte Risiko darstellt – deshalb ist jeder Einzelne gefordert, die Daten von Kunden und sich selbst konsequent zu sichern!

Die digitale Arbeitswelt birgt Risiken für Freelancer – z.B. raffinierte Phishing-Angriffe, Malware in Projektdateien oder Impersonation Scams, bei denen Betrüger sich als Kund:innen oder CEOs ausgeben, um Geld oder sensible Daten zu ergaunern. Diese Bedrohungen führen nicht nur theoretisch zu gestohlenen Zugangsdaten, sondern können handfesten finanziellen oder rufschädigenden Schaden anrichten. Daher ist für Freelancer eine konsequente Sicherheitsstrategie im digitalen Alltag Pflicht.

Diesen Herausforderungen begegnest Du durch eine Kombination von Sicherheitsmaßnahmen. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen unter anderem:

  • Eingehende Kommunikation prüfen: Überprüfe immer die E-Mail-Adressen der Absender, zeige die Vorschau von Links an (Hovern), in dem Du mit der Maus über Links fährst, bevor Du drauf klickst und nutze separate Kanäle (z. B. Telefon), um ungewöhnliche oder dringende Anfragen zu verifizieren
  • Dateien sicher herunterladen: Lade keine Dateien oder Code herunter oder führe sie aus, deren Herkunft oder Inhalt Dir verdächtig erscheint. Sorgfältige Prüfung ist Pflicht.
  • Kommunikation über Plattformen: Führe alle Gespräche und Absprachen innerhalb der genutzten Plattform-Umgebung durch, um deren integrierte Sicherheitsfunktionen zu nutzen.
  • Starke Passwörter verwenden: Verwende einen Passwort-Manager und erstelle für jedes Konto ein einzigartiges, komplexes Passwort (mindestens 12 Zeichen, bestehend aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen)
  • Sicher unterwegs arbeiten: Vermeide ungesicherte öffentliche WLANs, nutze stattdessen VPN oder einen eigenen Hotspot.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren: Schalte die 2FA für alle Deine Konten ein, wo immer dies möglich ist.

Integriere diese Maßnahmen in Deinen Arbeitsalltag und mache sie zum Teil Deines Verkaufsarguments. So stärkst Du die Glaubwürdigkeit Deines Geschäfts, baust langfristiges Vertrauen auf und hebst Dich als souveräner Partner von der Konkurrenz ab.

Hybrides/Remote-Arbeiten

Obwohl hybrides Arbeiten für Angestellte mit 1–2 Tagen Homeoffice zur Norm geworden ist, und man Freelancing typischerweise mit Remote-Arbeit verbindet, beobachten wir eine klare Kehrtwende. Entgegen dieser Erwartung verzeichnen wir laut internen Malt-Daten einen starken Anstieg von Vor-Ort-Projekten (On-site), die sich seit 2022 mehr als verdoppelt haben. Dieser Trend ist global: Konzerne von Amazon über Dell bis Goldman Sachs rufen ihre Mitarbeitenden zurück ins Büro, was sich direkt auf die Projektanforderungen auswirkt.

Der Anteil an Vor-Ort-Projekten (On-site) hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt.

Um auf diese Anforderungen zu reagieren und Deine Attraktivität zu steigern, solltest Du strategisch vorgehen:

  • Sichtbarkeit herstellen: Erwähne in Deinem Malt-Profil explizit, dass Du für Inhouse- oder hybride Projekte zur Verfügung stehst.
  • Phasen planen: Strukturiere Dein Projekt in Remote- und Präsenz-Phasen. Nutze Remote-Zeiten für konzentrierte Eigenrecherche, während kollaborative Aufgaben, Workshops oder Brainstorming besser im Büro stattfinden.
  • Erwartungen klären: Suche bei Projektbeginn das offene Gespräch mit dem Auftraggeber, um die Erwartungen an Vor-Ort- und Remotearbeit frühzeitig festzulegen.

Als Freelancer magst Du Flexibilität schätzen, doch die physische Nähe zu Kolleg:innen ist oft eine unschätzbare Quelle für kreative Zusammenarbeit und den Aufbau starker, persönlicher Beziehungen. 

Künstliche Intelligenz

Auch wenn das Thema Künstliche Intelligenz momentan omnipräsent ist, dürfen wir seinen praktischen Nutzen nicht vergessen: Es geht darum, Arbeitsprozesse zu optimieren und damit Zeit zu sparen.

Wie sorgst Du dafür, dass Du in Sachen KI up-to-date bleibst, um auch weiterhin wettbewerbsfähig zu sein? 

Zum Einstieg kannst Du Dir die Tipps von Malt-Freelancern wie Justin Tan und Alejandro Pérez Pérez anschauen und das beste daraus direkt in Deinen Workflow integrieren. 

Darüber hinaus gibt es viele kostenlose Online-Kurse, um die Basics rund um KI zu lernen, zum Beispiel: 

Fassen wir zusammen 

Die neuen Kundenerwartungen für 2025 müssen Dir keine Kopfzerbrechen bereiten. Malt unterstützt Dich mit klaren Kunden-Insights auf Deinem Weg zum Erfolg.

Deine Strategie: Um zur unverzichtbaren Stütze Deiner Kund:innen zu werden, fokussiere Dich jetzt auf die wichtigsten Trends:

  • Corporate Sustainability Responsibility (CSR)

  • Cybersecurity

  • Flexible Arbeitsmodelle

  • Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Deine Arbeit

Um die neuen Kundenerwartungen zu erfüllen, sind vier Säulen entscheidend: Umweltbewusstsein zeigen, Datenschutz durch robuste Sicherheitspraktiken gewährleisten, hybride Flexibilität bieten und die Anwendung von KI-Tools kontinuierlich ausbauen.

Wer diese Prioritäten proaktiv umsetzt, kann die Erwartungen der Auftraggeber nicht nur erfüllen, sondern übertreffen. Dies festigt Deine Rolle als unverzichtbarer Experte in hochleistungsfähigen Teams. Du sicherst Dir so stärkere Kundenbeziehungen und wegweisende Projekte in der Zukunft der Arbeit.

Jennifer Larsen

Jennifer Larsen

Senior Content Managerin

Senior Content Manager