Martina Reiss ist heute gefragter Coach für Transformation und Change – doch ihr Weg dorthin war kein strategisch geplanter Masterplan. In unserer Expert-Session beschreibt sie, wie sie eines Tages, ihren eigenen Lebenslauf reflektiert hat – nicht nur chronologisch, sondern inhaltlich und wirkungsbezogen.
„Ich habe mir meine Vita angeschaut und festgestellt: Das Thema Change, Transformation, Wandel gestalten, ist etwas, was mich schon seit Jahren und fast schon Jahrzehnten begleitet.“ Ob beim Aufbau von HR-Strukturen, in der Begleitung von Führungsteams oder in der Zusammenarbeit mit Start-ups und Konzernen – immer ging es um das managen von Veränderungen.
Unbemerkt zog sich dieser rote Faden durch Rollen, Kontexte und ihre Haltung. Manchmal muss man eben einen Schritt zurücktreten, um zu erkennen, welches Bild dieser rote Faden inzwischen kreiert – welche Kompetenzen aufgebaut hat.
Und siehe da: Die Expertise war längst da – nur noch nicht so benannt.
Diese bewusste Rückschau wurde für sie zum Wendepunkt. Nicht nur, weil sie darin die Grundlage für ihre Spezialisierung auf Transformation fand – sondern auch, weil sie darin ein Prinzip erkannte, das für jede Organisation im Wandel zentral ist:
„Wir sprechen oft über unsichere Zeiten, leiden dabei aber meist an Kompetenzdemenz. Vieles haben wir – einzeln oder als Team – schon einmal durchlebt, vielleicht in anderer Form. Wenn wir uns erinnern, entsteht Handlungsspielraum.“
Daraus entwickelte sie eine konkrete Übung, die sie heute mit ihren Kund:innen nutzt: gemeinsames Reflektieren vergangener Veränderungssituationen.
Fragen wie:
- Wo haben wir etwas Ähnliches schon einmal bewältigt?
- Was hat uns damals geholfen?
- Was können wir daraus für die jetzige Situation lernen?
Diese Art von Ressourcenorientierung stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein von Teams – sie aktiviert kollektives Erfahrungswissen und schafft psychologische Sicherheit - das Gefühl, in einem Umfeld arbeiten zu können, in dem Fragen erlaubt, Zweifel willkommen und Fehler Teil des Prozesses sind.