Schreiben und Übersetzen. Beschriebenes Papier, Stifte, PostIts und andere Büromaterialien

Generative KI ist jetzt Teil unserer Realität. Aber Autor:innen und Journalist:innen mischen auch weiterhin mit. Gerade jetzt brauchen wir mehr denn je originelle Perspektiven, eigenständige Arbeit und echte Expert:innen. Ich bin seit über zehn Jahren in Kommunikation, Journalismus, Text und Marketing tätig – und ja, ich zähle mich zu diesen Expert:innen.

Wie oft hast du schon gehört: „Deine Arbeit wird von KI ersetzt."?

Aus meiner Sicht stimmt das nicht.
Ich bin neugierig und offen für neue Technologien – keine Frage. Aber ich kenne auch mein Fach.
Mit einem Masterabschluss in Dänischer Sprache und Kreativem Schreiben und über zehn Jahren Erfahrung als Autorin, Journalistin und Texterin weiß ich, wovon ich spreche.

Deshalb möchte ich Dir einen Einblick in meine Welt geben.
Denn wenn Du glaubst, GenAI werde Journalist:innen und Autor:innen die Jobs wegnehmen, liegst Du meiner Meinung nach falsch. Generative KI ist ein Werkzeug – nicht die ultimative Lösung.

Natürlich gibt es Einsatzbereiche, in denen KI-gestützte Tools wie GenAI oder maschinelle Übersetzung sinnvoll und hilfreich sein können. Ich habe sogar ein passendes Beispiel parat.

Generative KI ist ein Werkzeug – nicht die ultimative Lösung."

Sofie Korenko Jensen

Sofie Korenko Jensen

Wie GenAI ein hilfreiches Werkzeug sein kann

Ein perfektes Beispiel dafür ist das allererste Projekt, das ich über Malt realisiert habe.
Der Auftraggeber – damals noch unter dem Namen utopiaweb, heute Codestible – hatte seine Website vollständig selbst auf Französisch aufgebaut: eigene Texte, ein klares Konzept, individuelle Landingpages.

Geplant war der Launch der Seite auf Dänisch. Der erste Schritt: eine maschinelle Übersetzung.

Manche Unternehmen hätten es dabei belassen – schließlich spart das Zeit. Aber sie wollten mehr.

Sie suchten gezielt nach einer Expertin, um die dänische Version zu überprüfen und die Übersetzung professionell zu überarbeiten.
Das Ziel: eine Website mit starker SEO-Performance – inklusive Lektorat, redaktioneller Bearbeitung und ergänzenden Inhalten, die wirklich zum dänischen Markt passen.

Für dieses Projekt entschieden sie sich für mich.

Es ist nachvollziehbar, warum viele Unternehmen heute GenAI-Tools einsetzen – sie sparen Zeit. Und auch für Expert:innen kann das hilfreich sein: Statt alles von Grund auf zu erstellen, bleibt mehr Raum für Qualität und kreative Impulse.

In diesem Fall: Der Auftraggeber bat mich nicht darum, die Website komplett zu übersetzen – das hatte das Tool bereits erledigt. Meine Aufgabe war es, die Inhalte zu prüfen, zu überarbeiten, umzuschreiben und selbstverständlich zu verifizieren.
Weil ich nicht bei null anfangen musste, hatte ich außerdem Zeit, neue Inhalte vorzuschlagen – maßgeschneidert für ein dänisches Publikum.

Wäre die Seite ohne Expertin online gegangen, hätte sie vielleicht Klicks bekommen – aber niemand hätte sie ernst genommen.
In der maschinellen Version waren Namen falsch geschrieben, Begriffe fehlerhaft übersetzt. Und: In Dänemark hat Sprache Gewicht. Wer den sprachlichen Ton verfehlt, verliert Vertrauen – besonders im E-Commerce.

Genau so kann der Einsatz von GenAI sinnvoll sein:
Erstelle Deine Website, schreibe Deine eigenen Texte, nutze GenAI oder KI-gestützte Übersetzung für die Rohfassung – aber gehe nicht davon aus, dass das reicht.
Hol Dir eine:n professionelle:n Übersetzer:in, Texter:in oder Journalist:in dazu – eine echte Expertin oder ein echter Experte, die oder der den Feinschliff übernimmt.

Am Ende stellt sich vor allem eine Frage:

  • Was fehlt? 

  • Was muss umgeschrieben werden? 

  • Was funktioniert in dieser Sprache und Kultur – und was nicht?

Der eigentliche Gewinn liegt darin, dass GenAI die Aufgabe erleichtert und beschleunigt.
Es ist ein Werkzeug – keine Lösung und schon gar nicht das fertige Ergebnis.
GenAI schafft die Grundlage, damit eine Expertin wie ich die Arbeit veredeln und auf das nächste Level heben kann.

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Empathie braucht Authentizität

In meiner Laufbahn als Texterin, Übersetzerin, SEO-Spezialistin, Kommunikationsstrategin und kreative Impulsgeberin für Marketingformate wie Social Media und Newsletter habe ich mir ein umfangreiches Werkzeugset aufgebaut.

Neben meiner Arbeit in Journalismus, Kommunikation und Marketing bin ich auch Autorin. Im September 2025 erscheint mein Debütroman Sorte hemmeligheder (Dunkle Geheimnisse) auf Dänisch – der Auftakt einer Buchreihe, die ich rund um eine psychologisch geprägte High-Fantasy-Welt entwickelt habe.

Im Austausch mit meiner Lektorin habe ich erfahren, dass sich mehrere Verlage – darunter auch mein eigener – bewusst von GenAI distanzieren.

In Dänemark erschien kürzlich ein Artikel über Verlage, die zwar bereit sind, GenAI auszuprobieren, ihr jedoch nicht die volle Schreibkompetenz zutrauen. Der Grund: Niemand weiß genau, wie diese Systeme trainiert wurden oder woher die Inhalte stammen. Ohne klare Quellenlage – und damit ohne Sicherheit über das ursprüngliche Urheberrecht – besteht das Risiko, dass unabsichtlich Plagiate entstehen.

Andere Verlage wiederum glauben grundsätzlich nicht daran, dass GenAI die Empathie und Kreativität ersetzen kann, die in das Schreiben eines Buches – insbesondere eines Romans – einfließt. Und das sehe ich genauso: Empathie kann simuliert werden, aber entweder man empfindet sie – oder nicht. Und die Leser:innen merken den Unterschied.

Diese Verlage setzen bewusst auf Geschichten, Buchcover, Karten und Illustrationen, die von Menschen gemacht sind – ein Standpunkt, den ich uneingeschränkt teile.
Denn genau darum geht es doch in Kunst und Kultur: Sie sollen von Menschen geschaffen werden, um von Menschen erlebt zu werden – mit all unseren Fehlern, Emotionen und Perspektiven.

Wenn man die Haltung der Verlage zusammenfasst, ergibt sich ein klares Bild: GenAI wird in der Literaturwelt eher skeptisch betrachtet. Auch in der Übersetzung.
Denn wenn nicht richtig lokalisiert wird, kann nicht nur der Kontext, sondern auch die Magie eines ganzen Textes verloren gehen – oder es entstehen neue Missverständnisse.

Ein Beispiel: Eine Metapher, die in einer Sprache wunderbar funktioniert, lässt sich oft nicht 1:1 übertragen. Wortwörtlich übersetzt wirkt sie plötzlich unangemessen, unpassend oder verliert ihren Witz.
Ein:e erfahrene:r Übersetzer:in erkennt das, schreibt die Passage so um, dass sie in der Zielsprache funktioniert – und bewahrt dabei dennoch die ursprüngliche Aussage, sprachlich sauber und stilistisch treffend.

Wer GenAI einsetzt, sollte sich fragen, wie man sie einsetzt, zu welchem Zweck – und zu welchem Preis."

Sofie Korenko Jensen

Sofie Korenko Jensen

Zeit sparen heißt Geld verdienen – aber nicht ohne Preis

Wer GenAI nutzt, sollte sich fragen, wie man sie einsetzt, zu welchem Zweck – und zu welchem Preis.
Isaac Newton sagte einmal: „Jede Aktion hat eine gleich große, entgegengesetzte Reaktion.“
GenAI ist aktuell in aller Munde – aber wie bei jeder Entwicklung wird es auch hier eine Reaktion geben.
Trends kommen und gehen. In den 90ern und 2000ern galten ganz andere Schönheitsideale als heute.
Wie sich GenAI weiterentwickelt – und wohin sie uns in den nächsten Jahrzehnten führt – können wir heute noch nicht wissen.

Klar ist: Jedes Tool, das Zeit spart, hat seinen Preis – und der wird nicht nur in Euro gemessen.
Als Gesellschaft haben wir noch lange nicht erfasst, welche Schattenseiten mit der Nutzung von GenAI einhergehen.
Diese Systeme haben unzählige Inhalte aus sämtlichen Bereichen unserer Gesellschaft aufgenommen – das Gute ebenso wie das Problematische.
Hinzu kommen die massiven Umweltauswirkungen: Die Rechenzentren, die GenAI-Anwendungen betreiben, verbrauchen enorme Mengen an Wasser und Strom.

Wichtig ist, sich bewusst zu machen: Mehrere Dinge können gleichzeitig wahr sein.

Du kannst ein GenAI-Tool nutzen – und trotzdem eine Expertin oder einen Experten mit der Überarbeitung beauftragen, genau wie mein erster Auftraggeber es gemacht hat.
Andere nutzen GenAI – Du vielleicht nicht. Und das ist okay. Es ist ihr Weg – aber muss nicht Deiner sein.
Du bleibst nicht automatisch zurück, nur weil Du bewusst auf menschliche Expertise setzt.
Gerade wenn man die ökologischen und sozialen Kosten mitdenkt, ist das ein starkes Argument für Qualität durch Menschenhand.

Um das notwendige Niveau an Qualität im Zeitalter von GenAI zu sichern, bleiben Autor:innen, Übersetzer:innen und Journalist:innen unverzichtbar.
Wir bringen Fachwissen, Erfahrung, Sprachgefühl, kulturelles Verständnis, Erzähltalent – und vor allem: Empathie.
Und genau das macht den Unterschied.

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Sofie Korenko Jensen

Sofie Korenko Jensen

Copywriter, SEO-nerd, Proofreader und Übersetzerin

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